2026. April 28.
Szerző: Ügyvédi Iroda

In Ungarn enden jedes Jahr rund 25.000 Ehen mit einer Scheidung — und in den meisten Fällen zieht die Vermögensaufteilung jahrelange Streitigkeiten nach sich. Dabei lässt sich all das mit einem anwaltlich beglaubigten Ehevertrag (ungarisch: házassági szerződés) vermeiden: Er bietet wirksamen Schutz vor unternehmerischen Schulden, Gläubigervollstreckung und Erbschaftskonflikten. Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt — wann sich ein Ehevertrag lohnt, was er kostet und welche Irrtümer Sie am besten sofort hinter sich lassen.

Was ist ein Ehevertrag — und warum ist er nicht nur für Vermögende?

Gesetzliche Gütergemeinschaft: Was wird automatisch gemeinsam, sobald Sie heiraten?

Die meisten Paare ahnen es nicht: Ab dem Tag der Hochzeit tritt automatisch ein gesetzliches Güterregime in Kraft — eines, das niemand bewusst gewählt hat. Das ungarische Bürgerliche Gesetzbuch (Ptk.) bezeichnet dies als gesetzliche Gütergemeinschaft. Ihr Kern: Alles, was beide Eheleute während der Ehe erwerben — Gehalt, Immobilien, Ersparnisse — wird automatisch gemeinschaftliches Eigentum. Gleiches gilt für Schulden: Nimmt ein Partner einen Kredit auf, haftet der andere mit. Viele stellen erst bei der Scheidung fest, dass ihr Ehepartner rechtliche Ansprüche auf das geltend macht, was sie als „ihre” Wohnung, ihr Auto oder ihren Unternehmensanteil betrachteten.

Die drei Güterstände einfach erklärt

Das ungarische Recht bietet drei Rahmen für die Regelung der ehelichen Vermögensverhältnisse. Der erste ist die gesetzliche Gütergemeinschaft, die ohne Vertrag automatisch gilt. Der zweite ist die Gütertrennung (ungarisch: különvagyon): Hier bleibt jeder Ehegatte während der gesamten Ehe ein vollständig unabhängiger Eigentümer — laut Daten der Ungarischen Notarkammer (MOKK) entscheiden sich 61 % der eingetragenen Verträge für dieses Modell. Der dritte Güterstand ist die Zugewinngemeinschaft: Die Eheleute verwalten ihr Vermögen während der Ehe getrennt; beim Scheitern der Ehe wird jedoch der jeweilige Vermögenszuwachs anteilig aufgeteilt. Vereinfacht gesagt: Jeder wirtschaftet während der Ehe frei mit seinem eigenen Vermögen — Gläubiger des anderen Partners haben keinen Zugriff —, am Ende der Ehe werden die Zuwächse beider Seiten verglichen und der Partner mit dem geringeren Zuwachs kann die Hälfte der Differenz vom anderen fordern. Als Faustregel gilt: Für Unternehmer empfiehlt sich die Zugewinngemeinschaft, bei einem deutlichen anfänglichen Vermögensunterschied ist die Gütertrennung die sicherere Wahl.

Wann lohnt sich ein Ehevertrag abzuschließen?

Vor oder nach der Hochzeit? Beides ist möglich — der häufigste Irrtum

Einer der verbreitetsten Irrtümer ist, dass ein Ehevertrag nur vor der Hochzeit geschlossen werden kann. § 4:66 des ungarischen Bürgerlichen Gesetzbuchs (Ptk.) erlaubt es den Eheleuten ausdrücklich, einen Ehevertrag jederzeit während der Ehe zu schließen oder zu ändern — für die Zukunft, aber auch zur Regelung bereits gemeinsam erworbener Vermögenswerte. Der Gedanke „es ist zu spät” ist schlicht falsch. Der tatsächlich optimale Zeitpunkt ist derjenige, an dem beide Seiten sachlich und auf Augenhöhe verhandeln können — am besten lange bevor überhaupt Spannungen entstehen.

Die häufigsten Situationen, in denen ein Ehevertrag unerlässlich ist

Aus anwaltlicher Erfahrung gibt es fünf Lebenssituationen, in denen Paare am häufigsten einen Ehevertrag abschließen. Die erste ist, wenn ein Partner ein Unternehmen führt oder gründet. Die zweite ist, wenn eine Seite mit erheblichem Sondervermögen in die Ehe geht — etwa einer geerbten Immobilie oder beträchtlichen Ersparnissen. Die dritte ist eine zweite oder spätere Ehe, insbesondere wenn Kinder aus einer früheren Beziehung vorhanden sind. Die vierte ist ein ungleicher Beitrag zum Immobilienkauf. Die fünfte ist die Situation, in der ein Ehegatte einen Kredit aufnimmt und das Vermögen des anderen davor geschützt werden soll. In all diesen Fällen reicht eine einzige Beratung beim Anwalt aus, um zu klären, was genau benötigt wird.

Sondervermögen und Gemeinschaftsvermögen: Was schützt der Ehevertrag wirklich?

Immobilien, Ersparnisse, Erbschaft — was bleibt Ihres?

Nach ungarischem Recht gilt als Sondervermögen (ungarisch: különvagyon), was jemand vor der Ehe erworben hat, geerbt oder geschenkt bekommen hat — ebenso wie alles, was aus Sondervermögen finanziert wurde. Die Schwierigkeit beginnt dort, wo Sonder- und Gemeinschaftsvermögen sich vermischen: Wird eine vor der Ehe gekaufte Wohnung mit gemeinsamen Mitteln renoviert oder eine gemeinsame Hypothek aus der Erbschaft eines Ehegatten bedient, kann die Situation nach Jahren kaum noch rekonstruiert werden. Ein Ehevertrag ermöglicht es, diese Fakten präzise festzuhalten — unserer anwaltlichen Erfahrung nach können Vermögensaufteilungsverfahren ohne eine solche Regelung vier bis zwölf Jahre dauern.

Die HÉVSZENY-Registrierung: Der kritische Schritt, den viele auslassen

Ein unterzeichneter Vertrag ist gegenüber Dritten — Banken, Gläubigern, Vollstreckungsbehörden — nur dann wirksam, wenn das Paar ihn im Nationalen Register für Ehe- und Lebenspartnerschaftsverträge (HÉVSZENY) eintragen lässt. Diese Registrierung kostet lediglich 10.000 HUF (ca. 28 €) und wird vor einem Notar abgewickelt — trotzdem lassen viele diesen Schritt aus. Ohne Eintragung bleibt er zwischen den Eheleuten selbst gültig, aber eine Bank oder Vollstreckungsbehörde, die von seiner Existenz nichts weiß, ist nicht daran gebunden. Ihr Anwalt wird Sie in der Regel auf diesen Punkt hinweisen und kann auch bei der Durchführung der Registrierung behilflich sein.

Warum ist ein Ehevertrag für Unternehmer besonders wichtig?

Gemeinschaftsvermögen und Vollstreckung: Das versteckte Risiko

Führt ein Ehegatte ein Unternehmen, kann die gesetzliche Gütergemeinschaft ernste Folgen haben: Gläubiger des Unternehmens können Vollstreckungsmaßnahmen einleiten, die sich auf das gesamte gemeinsame Vermögen erstrecken. Das bedeutet, dass der nicht unternehmerisch tätige Partner — der mit den Geschäftsentscheidungen nichts zu tun hatte — gemeinsam erworbene Immobilien oder Ersparnisse verlieren kann. Dieses Risiko lässt sich mit einem gut ausgearbeiteten Vertrag wirksam begrenzen, sodass eine unternehmerische Tätigkeit nicht zwangsläufig die finanzielle Sicherheit der gesamten Familie gefährdet.

Zugewinngemeinschaft für Unternehmer: Schutz bei Scheidung und Insolvenz

Für Unternehmer bietet die Zugewinngemeinschaft die beste Balance: Da das Vermögen während der Ehe getrennt verwaltet wird, schlägt das unternehmerische Risiko nicht auf das Vermögen des anderen Ehegatten durch. Kommt es dennoch zur Scheidung, wird der erwirtschaftete Vermögenszuwachs anteilig aufgeteilt, sodass keine Seite ungerechtfertigt benachteiligt wird. Dieses Modell schützt gleichzeitig vor Gläubigern und künftigen Vermögensstreitigkeiten.

Die Voraussetzungen für einen wirksamen Ehevertrag — was viele falsch wissen

Zwei Zeugen reichen nicht: Warum ein Anwalt oder Notar Pflicht ist

§ 4:65 Abs. 1 des ungarischen Bürgerlichen Gesetzbuchs (Ptk.) ist eindeutig: Ein Ehevertrag ist nur wirksam, wenn er als notarielle Urkunde oder als von einem Anwalt gegengezeichnetes Privaturkunde abgefasst wurde. Die bloße Unterschrift zweier Zeugen genügt nicht — dies ist einer der häufigsten und folgenreichsten Irrtümer, den Paare begehen. Beide Parteien müssen den Vertrag persönlich unterzeichnen; eine Vertretung ist nicht möglich.

Vermögensaufstellung vs. Ehevertrag: Ein Unterschied, der entscheidend ist

Viele verwechseln diese beiden Dokumente, obwohl sie grundlegend verschieden sind. Eine Vermögensaufstellung dokumentiert lediglich die aktuelle Vermögenslage — sie ändert das gesetzliche Güterregime nicht und bietet daher keinen echten rechtlichen Schutz. Ein Ehevertrag hingegen regelt aktiv die künftigen Vermögensverhältnisse und schafft einen Rahmen, der vom gesetzlichen Standard abweicht. Wer sich nur auf eine Vermögensaufstellung verlässt, wiegt sich möglicherweise in falscher Sicherheit.

Ehevertrag Anwaltskosten (ungarisch: ügyvédi díj): Was kostet es wirklich?

Anwalt oder Notar? Was ist die bessere Wahl und warum?

Ein Ehevertrag kann auch mit anwaltlicher Gegenzeichnung wirksam abgeschlossen werden — ein Notar ist nicht zwingend erforderlich. Beide Formen sind rechtlich gleichwertig und können in das HÉVSZENY-Register eingetragen werden. Der Weg über den Anwalt ist in der Regel flexibler und individueller zugeschnitten; die notarielle Beurkundung richtet sich nach einem gesetzlichen Gebührentarif, der bei komplexeren Vermögensverhältnissen höher ausfallen kann. Ein praktischer Vorteil der anwaltlichen Lösung: Vertragsgestaltung und Rechtsberatung liegen in einer Hand, was den gesamten Prozess vereinfacht.

Mit welchen Kosten sollten Sie rechnen, und was ist im Honorar enthalten?

Das Anwaltshonorar für einen Ehevertrag in Ungarn liegt je nach Komplexität des Vertrags in der Regel zwischen 75.000 und 350.000 HUF zzgl. MwSt. (ca. 200–970 €). Bei einer einfachen Gütertrennung ist der untere Bereich realistisch; sind mehrere Immobilien, Unternehmensanteile oder Kreditsicherheiten im Spiel, ist ein höheres Honorar gerechtfertigt. Im Honorar sind üblicherweise die Erstberatung, die Vertragsgestaltung und die anwaltliche Gegenzeichnung enthalten. Die HÉVSZENY-Registrierungsgebühr von 10.000 HUF (ca. 28 €) fällt gesondert an und wird vor einem Notar abgewickelt.

Ein gut geschlossener Ehevertrag hält Jahrzehnte — überlassen Sie das nicht dem Zufall

Ein Ehevertrag ist kein Zeichen von Misstrauen — er ist ein Instrument für verantwortungsvolle, vorausschauende Lebensplanung. Der richtige Zeitpunkt ist, wenn beide Seiten sachlich und auf Augenhöhe verhandeln können — nicht erst dann, wenn die Spannungen unüberwindbar geworden sind. Ob Sie kurz vor der Hochzeit stehen oder schon seit Jahren verheiratet sind: Eine einzige Beratung reicht aus, um herauszufinden, ob Sie einen Ehevertrag brauchen — und wenn ja, welcher Güterstand zu Ihrer Situation passt.

Die Kanzlei Madarassy, Bodroghelyi & Partners begleitet ihre Mandanten seit Jahrzehnten bei ehegüterrechtlichen Fragen und der Ausarbeitung von Eheverträgen — von der Wahl des passenden Güterstands über die anwaltliche Gegenzeichnung bis hin zur HÉVSZENY-Registrierung. Wenn Sie Ihr Vermögen und Ihre Zukunft auf eine solide rechtliche Grundlage stellen möchten, stehen wir Ihnen gerne für eine erste Beratung zur Verfügung.

www.madarassy-legal.com